74. Jahrestag der Zerstörung HIldesheim

Heute gedenkt die Stadt Hildesheimer ihrer Zerstörung vor 74 Jahren. Unsere Kongregation verlor bei dem Angriff am 22. März 1945 u. a. ihr Mutterhaus. Überliefert ist uns ein Augenzeugenbericht, den eine unserer Schwestern zwei Monate später verfasst hat.

„Schlimme Schäden aber waren auch in der ganzen Innenstadt Hildesheims zu sehen. Als wir am Nachmittag vor unser Haus [das St. Bernward-Krankenhaus] traten, da brannte es ringsum an allen Ecken und Enden. Zunächst sahen wir die Treibeschule [heute Augustinus-Schule] brennen, dann das kleine Jugendheim [heute Gelbes Haus], wo die Flammen aus sämtlichen Fenstern schlugen. Weiter rechts brannte Wittes Haus mit den daran liegenden kleinen Häusern [an der Stelle des heutigen Mariengartens].
Und dann tat uns das Herz wehe, als wir unser liebes Mutterhaus ebenfalls in hellen Flammen brennen sahen. Dort konnte fast nichts gerettet werden, nur einiges aus den Kellern. Die kahlen Mauern stehen heute noch. Im Innern ist alles ausgebrannt, auch die Kapelle mit sämtlichem Inventar. Der Altar, der Kronleuchter, der Kreuzweg, alles ist verschmort und zerrissen.
Unsere liebe Würdige Mutter [Honoria] flüchtete zu uns herüber ins Krankenhaus aus dem brennenden Mutterhaus und ihre erste besorgte Frage war: „Sind Schwestern hier umgekommen?“ Zum Glück war dies aber nicht der Fall. Auch vom Mutterhaus war keine Schwester verletzt. ...
Weiterhin sah man den Dom brennen. Das Bischöfliche Palais, die Kurien, der ganze Domhof, alles war ein Flammenmeer und stürzende Balken und Mauern. Das eiserne, nackte Gerüst des Andreas-Kirchturmes stand abgedeckt im Hintergrunde. Überall Feuer, Rauch und flüchtende Menschen.“