Vinzenzpforte

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26. Mai 2019: "72-Stunden-Aktion" veranstaltet Grillfest an der Vinzenzpforte

Auf der Website der „72-Stunden-Aktion“ hieß es: „Anpacken statt Abwarten: Junge Menschen setzen soziale Projekte um. Bundesweit über 160.000 Mitwirkende bei der 72-Stunden-Aktion.“ Davon ein Dutzend in Hildesheim an der Vinzenzpforte. Ihr soziales Projekt war die Organisation und Durchführung eines Grillfestes als Highlight für die Besucher der Vinzenzpforte.
Von Donnerstag Nachmittag bis Sonntag Morgen war Zeit für die Vorbereitung bis am Sonntag um 11:30 Uhr das Fest begann. Rund 150 Gäste wurden mit Gegrilltem, mit Salat und Brot bewirtet. Neben den Stammgästen der Vinzenzpforte konnten die Jugendlichen  zahlreiche Schwestern aus dem Mutterhaus, Bewohnerinnen des Altenpflegeheims St. Paulus und viele Nachbarn begrüßen.
„Ich gehe hier oft vorbei“, sagte eine Nachbarin, „heute hatte ich mal einen Grund reinzukommen.“ Eine andere freute sich sehr über das Engagement der jungen Leute „Ich habe mich lange ehrenamtlich in der Kirche eingesetzt. Jetzt wo ich älter bin und nicht mehr so kann, macht es mich froh, dass Jugendliche sich engagieren.“
Donnerstag und Freitag hatten die Jugendlichen bei Geschäften in der Stadt um Spenden gebeten und waren reichlich beschenkt worden. Bäckereien und Schlachtereien gaben Sachspenden, andere gaben Geld, so dass Fehlendes gekauft werden konnte. „Wir mussten darüber hinaus keinen Cent für Lebensmittel oder Getränke ausgeben“, erzählt Lena aus dem Organisationsteam.
Am Sonntagnachmittag, als der Grill kalt, das Geschirr abgewaschen,  alles aufgeräumt und alle ziemlich fertig waren, herrschte Einigkeit: „Das war eine tolle Aktion!“ Manche fügten hinzu „Danke, dass wir mitmachen durften!“ – Und wie wär’s im nächsten Jahr mit einer Neuauflage? Gute Erfahrungen habt Ihr ja.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

27. September 2018: "Albert hilft Vinzenz"

Am Vinzenzfest staunten viele Passanten, die auf dem Brühl, der Kreuzstraße, dem Hückedahl und der Neuen Straße unterwegs waren, über eine Menschenkette. Die ALBERTus-Magnus-Schule hatten seit Wochen Kaffeepäckchen gesammelt, die sie am Vinzenzfest der VINZENZpforte übergeben wollten. Alles einfach so mit einem Auto zu transportieren und einige Fotos von der Übergabe zu machen, schien zu einfach. Dann kam die Idee mit der Menschenkette auf. Und so bildeten von der Schule bis zur Vinzenzpforte 500 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte eine Menschenkette, die die rund 400 Päckchen weiterreichten. Das ganze fand bei schönstem Frühherbstwetter statt. Vor der Vinzenzpforte hatte sich die Bläserklasse der Schule aufgestellt und spielte zur Unterhaltung.
Jeanne Golla, die Leiterin der Vinzenzpforte, war begeistert und dankt allen Beteiligten!

Ein ausführlicher BERICHT wurde im Pfarrbrief der St. Godehard-Gemeinde veröffentlicht.
 

Vom Tellerwäscher zum halben Sozialarbeiter

Es war ein grauer und kalter Septembermorgen an dem ich, gestresst von der vorangegangen Seminarwoche, die entspannte Phase nach dem Abitur endgültig beendete, indem ich mich das erste Mal auf den Weg in die Vinzenzpforte machte.

Damals wusste ich noch nicht so genau, wer oder was mich hinter dieser Tür erwartet, weshalb ich umso positiver überrascht wurde. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Jeanne Golla, fand ich mich bereits an der Brotschneidemaschine wieder, wo ich das erste von hunderten  Broten schnitt, die im Laufe dieses Freiwilligendienstes dran glauben mussten. Nach einer kritischen Debatte über besagte Seminarwoche trudelten auch schon die ersten Gäste ein. Damals größtenteils die Gleichen wie heute.

Ich hatte Jeanne bereits gewarnt, dass Smalltalk nicht meine größte Stärke ist, weswegen ich vorerst Schwierigkeiten hatte Gespräche anzufangen. Im Laufe der Wochen lernte ich unsere Besucher trotzdem besser kennen und ihre Herzlichkeit zu schätzen. Durch Gespräche, über das Wetter, den Alltag, meine Heimat, ihre Heimat und allerlei Unsinn fiel es mir immer leichter Gespräche anzufangen, weshalb meine Tätigkeit nicht mehr nur aus Abwaschen sondern auch aus Gesprächen, Scherzen und Diskussionen bestand.

Schnell merkte ich, dass der Aspekt der "persönlichen Weiterentwicklung" nicht nur in der Beschreibung des Bundesfreiwilligendienstes stand, um staatliche Unterstützung zu erhalten. Ich konnte auf einmal sicherer und spontaner Gespräche führen, meine politische Einstellung verschob sich durch den Satz "wer in Deutschland verhungert ist dumm wie Brot" von einem unserer Besucher von links aus weiter in die Mitte des Parteienspektrums und ich merkte, dass die Arbeitswelt etwas gänzlich anderes ist als die Schulwelt.

Ich wurde anscheinend erwachsener. Auch realisierte ich schnell, dass soziale Arbeit nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen ist, sondern das auch viel Mist passiert, egal ob es sich dabei um Pöbeleien, gelegentliche körperliche Auseinandersetzungen oder plötzliche Todesfälle handelt.

Dennoch war das vergangene Jahr mit Sicherheit das lehrreichste, interessanteste und wahrscheinlich auch das beste in meinem bisherigen Leben und ich möchte mich an dieser Stelle bei unseren freiwilligen Helferinnen Anne, Marie Rose und Ruth bedanken, ohne die es um einiges stressiger aber auch langweiliger gewesen wäre. Für die Unterstützung durch Martin, Frau Moock, Frau Linke, Schwester Liberata, Schwester Hanna, Margit, Frau Bergmann  und die vielen anderen, die ich jetzt wahrscheinlich leider vergessen habe, bin ich ebenfalls sehr dankbar.

Auch unseren zahlreichen Besuchern bin ich zu Dank verpflichtet, weil sie mich so wunderbar auf- und angenommen haben und den Freiwilligendienst zu einer großartigen Zeit gemacht haben.

Zu guter/trauriger Letzt danke ich Jeanne Golla, weil Sie mich immer unterstützt hat, meine Ideen und Einfälle in die Gestaltung der Pforte einfließen lassen hat, ich mich immer auf sie verlassen konnte und sie mich das vergangene Jahr lang wunderbar begleitet hat.

Tobias Thobor, 13. Juni 2018

 

 

Der Kalender des Kalenderprojekts

Der Kalender aus dem Projekt: Lieblings(w)orte, das im letzten Artikel beschrieben wurde, steht nun kurz vor der Fertigstellung.
Entweder im Taschen-  oder im Postkartenformat, erwartet Sie jeden Monat ein neuer Lieblingsort oder ein neues Lieblingswort unserer Besucher. Das könnte zum Beispiel eine spannende Fotografie von einem Zuhause sein, ein Bild von einem Baum, aber auch mal ein Foto aus einer Kneipe.
Die Lieblingsworte sind meistens philosophische Zitate über Frieden und Hoffnung von Schriftstellern wie Friedrich Rückert. Man kann den Kalender zwar erst ab Mitte November erwerben, doch es lohnt sich zu warten, weil ein, von Bedürftigen gestalteter Kalender sicher ein wunderbares Geschenk zum Fest der (Nächsten-)Liebe ist.

 

Projekt: Lieblings(w)orte

"Haben Sie einen Lieblingsort oder ein Lieblingswort?"
Mit dieser Frage haben wir in der Vinzenzpforte gerade ein Projekt begonnen. Jeder Besucher der Lust dazu hat, kann sich daran beteiligen und seinen Lieblingsort oder sein Lieblingswort darstellen. Dabei sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt: Es wird fotografiert, gemalt, gezeichnet, gesprüht, geklebt… .
Fachlich unterstützt werden wir bei diesem Projekt von Studentinnen der Fachbereich Gestaltung und Soziale Arbeit der HAWK [Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst], finanziell unterstützt uns dabei die Johannishofstiftung der Stadt Hildesheim und die „Anderen Zeiten“ Förderung. An dieser Stelle schon mal ein großes: DANKESCHÖN!
Die Ergebnisse werden dann ab September zu einem Taschen – und Postkartenkalender verarbeitet. Einen kleinen Vorgeschmack gibt’s schon mal hier …